Artikel von Clemens Riebl

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Quiet Hiring: Eine echte Chance oder ein Risiko für KMU?

Fachkräftemangel, steigende Personalkosten und langwierige Rekrutierungsprozesse setzen viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Finanzbereich unter Druck. Eine scheinbare Alternative gewinnt an Bedeutung: Quiet Hiring – die interne Neuzuordnung von Ressourcen anstelle externer Neueinstellungen. Doch diese Strategie birgt nicht nur Vorteile, sondern kann KMU langfristig vor erhebliche Herausforderungen stellen.

INHALT

Quiet Hiring in KMU

Was bedeutet Quiet Hiring für KMU?

Im Gegensatz zu großen Unternehmen, die umfangreiche HR-Ressourcen haben, müssen KMU oft mit begrenzten Möglichkeiten agieren. Quiet Hiring bedeutet hier häufig, dass bestehende Mitarbeitende zusätzliche Verantwortlichkeiten übernehmen, ohne dass klare Entwicklungsperspektiven oder faire Entlohnung garantiert sind.

Typische Szenarien in KMU: 

  • Mitarbeitende übernehmen zusätzliche Aufgaben, ohne eine offizielle Beförderung oder Gehaltserhöhung zu erhalten. 
  • Rollen werden umverteilt, um offene Stellen zu kompensieren, was zu Mehrbelastung führt. 
  • Talentmobilität wird zum zentralen Konzept, ohne dass die betroffenen Mitarbeitenden in den Entscheidungsprozess eingebunden werden. 

Kritische Aspekte von Quiet Hiring in KMU

Obwohl Quiet Hiring als flexible Personalstrategie beworben wird, birgt es gravierende Nachteile, insbesondere für KMU: 

  • Langfristige Überlastung der Mitarbeitenden: Ständige Umverteilungen führen oft zu Stress, Unzufriedenheit und erhöhten Fehlzeiten. 
  • Talentmobilität ohne Perspektiven: Ohne eine klare Entwicklungsstrategie fühlen sich Mitarbeitende ausgenutzt, was zu Demotivation und Fluktuation führt. 
  • Innovationsverlust durch fehlende externe Impulse: Ohne frische Talente von außen kann sich eine Betriebsblindheit entwickeln. 
  • Fehlende Anerkennung für Mehrarbeit: Neue Aufgaben werden häufig als selbstverständlich angesehen, ohne dass Mitarbeitende entsprechend honoriert werden. 
  • Risiko des Fachkräfteverlusts: Wer sich nicht wertgeschätzt fühlt, orientiert sich früher oder später neu.

Wie KMU Quiet Hiring vermeiden oder sinnvoll gestalten können

Anstatt Quiet Hiring als Dauerstrategie einzusetzen, sollten KMU alternative Lösungen erwägen:

Transparente Talentmobilität: Mitarbeitende sollten in Entscheidungen eingebunden und Perspektiven klar kommuniziert werden. 
Fairer Ausgleich: Zusätzliche Aufgaben müssen angemessen honoriert oder durch andere Entlastungen kompensiert werden. 
Gezielte Weiterbildung: Statt Aufgaben einfach umzuverteilen, sollten KMU in die Qualifizierung ihrer Mitarbeitenden investieren. 
Externe Rekrutierung nicht vernachlässigen: Auch wenn Quiet Hiring kurzfristig Lösungen bietet, sind externe Fachkräfte für langfristigen Erfolg essenziell. 
Mitarbeiterbindung als Priorität: Ein gesundes Arbeitsumfeld und echte Entwicklungschancen verhindern Abwanderung.

Fazit: Quiet Hiring ist keine nachhaltige Lösung für KMU

Während Quiet Hiring kurzfristig Ressourcenengpässe kompensieren kann, ist es für KMU keine langfristige Strategie. Unternehmen, die sich allein auf interne Umverteilungen verlassen, riskieren sinkende Mitarbeitermotivation, erhöhte Fluktuation und Innovationsverluste. 

Statt Quiet Hiring als Notlösung zu nutzen, sollten KMU auf nachhaltige Personalstrategien setzen, die auf Talentmobilität mit Perspektive, faire Entlohnung und eine gesunde Balance zwischen interner Entwicklung und externer Rekrutierung bauen.

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